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Insgesamt fast acht Jahre nach ihrem dritten Album „Nothing Is Simple“ fügen CITY LIGHT THIEF ihrer Diskografie ihre bereits dritte EP „GREETINGS FROM FEVERS KEY“ hinzu:

Die fast halbstündige EP beinhaltet sechs neue Songs, die zwischen hektischem Post-Hardcore, melodieverliebtem Emo-Rock und verspultem Indie-Rock zu verorten sind. In allen Songs jedoch herrscht eine fiebrige, drückende Atmosphäre. Diese ist den Umständen der Entstehung der Songs geschuldet, wie die Band sagt:

“FEVERS KEY ist der fiktive Ort, an dem diese sechs neuen Songs entstanden sind. Es sind pulsierende, aufreibende, nervöse Lieder, die wir teilweise bereits seit 2020 in uns tragen und jetzt endlich teilen können.
FEVERS KEY ist ein Ort der ständigen Veränderung. Ein Ort, an dem wir scheiße viel Angst hatten. Denn hier sind wir erstmals auf echte Klüfte zwischen uns gestoßen. Wir hatten in den letzten Jahren unterschiedliche Erwartungen an uns als Menschen und Freunde. Und an diese Songs. Aber jetzt ist all das überwunden.
FEVERS KEY ist ein Ort, den wir gemeinsam wieder verlassen haben. Von dort haben wir Songs in der Tonart des Fiebers mitgebracht. Endlich haben wir das Fieber überstanden. Das ging nur zusammen.”

Was mit dieser “Tonart des Fiebers” gemeint ist, wird im Quasi-Titeltrack “Fevers Key” besonders greifbar: Ein pulsierender Synthesizer knarzt über elektronisch-verzerrte Drums, schwebende, kaum greifbare Gesänge zerspringen plötzlich in einem Screamo-Refrain, bevor ein Hardcore-Riff durch das Finale vibriert. Der Song vertont ein Gefühl des Unbehagens, das der Text thematisiert: “Velocity, Velocity, this isn’t me – No one ever is”. Das Musikvideo von Regisseur Sven Int-Veen bebildert diese Unruhe eindrücklich. Was wie eine “gewohnte” Bandperformance beginnt, bekommt plötzlich Brüche, wirkt bedrohlich, falsch und ungesund.

Eröffnet wird die EP davor von dem 02:15-Brecher „Infinite Original Content“: die gänzlich ballastlose Hardcore-Nummer ist nicht nur der schnörkelloseste Song, den City Light Thief bisher geschrieben haben, er ist gleichzeitig auch Kommentar auf modernen Musikkonsum: Macht uns die Art, wie wir heute Musik hören wirklich glücklich? Ist Kunst dafür gemacht, nur in sekundenlangen Ausschnitten zu existieren, die wir auf dem Telefon weiterwischen? Muss die maximale Verwertbarkeit eines Songs wirklich immer an erster Stelle stehen?

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